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Der Wildtyp ist kein besonders wilder Fliegentyp, sondern der in der freien Natur vorkommende partielle Genotyp der Fliegenart Drosophila. Solche Fliegen haben ca. 1000 Facetten (Einzelaugen) pro Auge. Züchtet man die Fliegen bei höherer Temperatur, z.B. 30°C, so geht die Facettenzahl auf ca. 800 zurück.
Infrabar und Ultrabar sind die Bezeichnungen für zwei verschiedene Mutanten von Drosophila. Grundsätzlich kann man sagen, daß bei beiden Mutanten die Facettenzahl wesentlich geringer ist als beim Wildtyp: zwischen 60 und 300.
Bei 17°C haben beide Mutanten im Schnitt ungefähr die gleiche Facettenzahl, ca. 180 pro Auge. Züchtet man die Mutanten bei höheren Temperaturen, so steigt bei der Infrabar-Mutante die Facettenzahl, während sie bei der Ultrabar-Mutante sinkt.
Was will diese Graphik uns zeigen?
Es ist gar nicht so einfach, aus dem Phänotyp eines Individuums auf den Genotyp zu schließen. Welchen Genotyp hat denn ein Tier mit 190 Facetten pro Auge? Wurde es bei 15°C gezüchtet, handet es sich wahrscheinlich um den Infrabar-Genotyp. Wurde es bei 20°C gezüchtet, dagegen um den Ultrabar-Genotyp.
Zwei Individuen mit dem gleichen Phänotyp können also einen unterschiedlichen Genotyp haben.
Umgekehrt, und das zeigt die Abbildung ganz deutlich, können zwei Tiere mit dem gleichen Genotyp völlig unterschiedliche Phänotypen haben.
Die Sache wird noch komplizierter: die Art und Weise, wie der Phänotyp von der Umwelt abhängt, kann wiederum genotypisch verankert sein. Bei den Infrabar-Fliegen steigt die Facettenzahl mit zunehmender Zuchttemperatur, bei den Ultrabar-Fliegen dagegen sinkt sie.
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